Mama, erzieh‘ dich erstmal selbst!

Die kleine Bee hat mit ihrem Erscheinen auf der Bildfläche natürlich einiges in Gang gebracht. Wir wurden plötzlich eine richtige Familie, aus zwei verknallten Berufsanfängern, die Samstags gerne im Irish Pub abhingen, wurden Eltern. Wir mussten uns plötzlich mit dieser großen schwierigen Frage der E R Z I E H U N G beschäftigen.
Mir war schnell klar, dass ich mir nicht ein bestimmtes Erziehungskonzept auferlegen möchte, sondern einfach mit Herz und aus dem Bauch heraus erziehen möchte. Natürlich ziehe ich hier und da ein Buch oder das liebe Internet zur Rate, aber eher wenn ich konkerte Fragen oder Probleme habe. Mein wichtigster Anhaltspunkt für mein Verhalten in Sachen Erziehung ist was ich schlußendlich damit erreichen möchte. Was ist für mich das Wichtigste, das ich Bee für ihr Leben mit geben möchte. Die Antwort würde wahrscheinlich hier jeden Tag ein bisschen anders aussehen, aber grundlegend möchte ich, dass Bee eine selbstbewusste Frau wird, die sich selbst akzeptiert wie sie ist und mehr noch, die sich selber richtig gerne mag, die Liebe und Zuneigung zeigen und annehmen kann, sie soll lebensfroh und mutig sein, die Fähigkeit haben ihr Leben in vollen Zügen zu genießen und ihren Träumen und Wünschen zu folgen.
Tja, dass hört sich natürlich toll an, wenn wir das hinbekommen, wird Bee wohl ein ganz fabelhaftes Leben haben und eine tolle Person werden.
Am besten ist man seinen Kindern ja einfach ein gutes Vorbild. In einigen Dingen denke ich bin ich das auch, ich gehe mit ihr viel raus, mache auch draußen mit ihr zusammen Sport (ich renne, sie sitzt im Kinderwagen, keine Angst sie muss nicht 10kg Hanteln im Wald stemmen), ich ernähre mich abwechslungsreich, aber gönne mir auch hin und wieder etwas, das finde ich ok und das darf sie sich auch gerne abschauen. Wir reisen auch viel, so dass Bee jetzt schon sieht wie schön der Planet ist auf dem wir leben. Wir gehen sparsam mit unseren Ressourcen um und PapaB und ich führen eine tolle, liebevolle aber auch lustige und bestefreundehafte Beziehung. Es gibt viel Nähe und Zuneigung und viele offene Liebesbekundungen. Dieser Punkt ist mir sehr wichtig, ich möchte Bee ganz deutlich zeigen und es ihr auch unmissverständlich mit Worten sagen, wie sehr ich sie liebe und was für ein toller Mensch sie für mich ist, sie soll das nicht erahnen oder daran zweifeln müssen.
Aber bei den weiter oben genannten Eigenschaften bin ich mir nicht so sicher, ob ich da immer das beste Vorbild bin und PapaB geht es ähnlich. Deswegen hat die Erziehungsfrage bei uns beiden ein Kopf-Karussell angeworfen. Wie wollen wir eigentlich leben, sieht unser Leben momentan so aus wie wir es uns mit 22 in bunten Farben ausgemalt haben? Ist das bunte Bild überhaupt noch das wovon wir jetzt träumen oder hat es sich komplett verändert in den letzten fast 10 (omg) Jahren?
Haben wir die Fähigkeit unser Leben in vollen Zügen zu genießen? Verfolgen wir unsere Wünsche und Träume oder haben wir uns ohne großen Widerstand ins Hamsterrad sperren lassen?
Von mir kann ich schon sagen, dass ich mein Leben mit Bee gerade sehr genieße und auch aus den meisten Tagen etwas Besonderes mache. Aber eines hält mich doch davon ab, wirklich im Hier und Jetzt mein Leben zu genießen. Ich bin einer dieser Menschen, die ständig in der Zukunft leben. Wenn dies und das geschafft ist, dann ist alles gut, dann geht mein richtiges Leben los. Das denke ich heute immer noch, obwohl ich mein Studium abgeschlossen habe, einen schönen Job hatte, die Liebe meines Lebens kennen gelernt und mit ihm die niedlichste Tochter der Welt bekommen habe. Trotzdem denke ich oft, wenn wir umgezogen sind, wenn mein Mann erstmal richtig in seinem Job angekommen ist, wenn wenn wenn….dann geht das Leben richtig los.
Seit neustem hat sich noch ein weiterer Gedanke dazu geschlichen. Wenn ich erstmal selbstständig bin, dann habe ich es geschafft. Denn in dem Punkt „meine Wünsche und Träume verfolgen“ bin ich noch kein glorreiches Vorbild. Ich habe etwas studiert, von dem ich dachte, dass es relativ einfach ist, habe einen Job gewählt, der zwar ganz schön war, aber zu einem sehr großen Teil aus Tätigkeiten àla „Listen abtippen“ bestand, wenn um meine Hobbies geht stecke ich oft zurück und erachte es als „ach nicht so wichtig“. Von Selbstständigkeit habe ich zwar geträumt aber nur ganz entfernt, als könnten das nur übernatürliche Wesen wirklich tun. Mittlerweile fühle ich mich aber tatsächlich selbst wie ein übernatürliches Wesen, das ein Kind auf die Welt bringen kann (seit diesem Tag würde ich mir sowieso am liebsten ein Cape kaufen, so heldenhaft fühle ich mich.), seit 18 Monaten ein kleines tolles Mädchen erfolgreich aufzieht, das soweit auch sehr gut gelungen ist (finde ich) und welches mit dem kleinen Kind schon viele Hürden gemeistert hat, ohne sich aus der Ruhe bringen zu lassen.
Auch wenn ich nun wieder in der Zukunft lebe, ist meine Hoffnung euch auf diesem Blog auch bald über meine Reise als selbstständige Mama zu berichten und hoffentlich inspirieren und ermutigen zu können, so wie ich momentan auf Instagram dazu inspiriert und ermutigt werde. Es gibt so viele tolle Mamas, die diesen Schritt schon geschafft haben. Ich möchte für meine Tochter auch so eine tolle Mama werden, ein gutes Vorbild, dass man als Frau schaffen kann, was auch immer man sich in den Kopf setzt.

Also Frauenpower on.

Es grüßt euch eure inspirierte
MamaB

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