Familientauglicher Minimalismus – Aller Anfang ist schwer

Vor ein paar Tagen sagte Mr EheB zu mir:

„Mann, diese ganzen Lebensoptimierer und Minimalisten, das sind doch alles nur reiche Singles, die nur zum Spaß arbeiten und sonst nix zu tun haben.“

Jo, da hab ich mal ganz vehement und total überzeugend gesagt:, „Nein, ach quatsch, das muss doch auch mit Familie gehen, äh, das kann doch nicht so schwer sein, da gibt es bestimmt genug Beispiele…mir fallen gerade spontan nur keine ein!“

Gibt es natürlich, ist aber eigentlich egal, so genau will ich das gar nicht nachprüfen. Ich will das einfach versuchen, um uns das Leben ein Stück einfacher zu machen, um uns von der Sachen-hinterher-räum-Zeit etwas auf unser Familienzeitkonto zu überweisen. Mehr will ich ja gar nicht. Das schaffen wir schon!! Aber es geht mit Kleinkind und bei Papas voller Arbeitswoche natürlich nicht so ratzfatz..

Passend dazu habe ich gleich einen Artikel von der Minimalismusbloggerin Pia Meester entdeckt mit dem Titel „Richtiger Minimalismus ist nur was für gut verdienende Singles ohne Kinder„.
Ich wollte mich schon mordsmäßig aufregen, war aber so schlau den Text erstmal zu lesen und ja, für diese Ausprägung des Minimalismus gilt das ziemlich sicher wirklich, denn man „darf“ sich nicht mal eine Flasche Wasser für unterwegs einpacken, sondern kauft sich lieber unterwegs eine Flasche für 2,50Euro beim Bäcker. Diese Art verfolgt sie Selbst aber auch nicht, sondern beschreibt einen Minimalismus, in dem es nur noch verkrampft darum geht immer weniger und weniger zu haben, so dass so quatschige Fragen aufkommen wie „Was habt ihr denn anstelle eines Bettes?“. Also ähm, was ist denn gegen ein Bett einzuwenden? Und ob nun EIN Bett oder EINE Hängematte, ist doch dann zahlmäßig auch egal.
Also klar, in diese Richtung will ich nicht, das ist mir viel zu extrem und bei uns wird zu den essentiellen Dingen weiterhin eine Kiste Duplo gehören, das disqualifiziert uns wahrscheinlich sowieso schon. Kinder brauchen schon einiges an Kram, aber ich bin davon überzeugt, dass wir eine Art Wohlfühlanzahl an Dingen finden, so dass wir noch gut ausgestattet sind, aber trotzdem das Gefühl haben als hätten wir unser Chaos erfolgreich gebändigt. Ich bin gespannt, ob und wann wir diesen Zustand erreichen. Denn wie schon gesagt geht es etwas schleppend voran.

Aller Anfang ist schwer

Der Impuls unser Leben und unsere Wohnung zu entrümpelt, kam in unserem Sommerurlaub, wir waren 6 Wochen lang unterwegs und unser Auto war zwar voll, aber pro Person hatten wir nicht wirklich viel dabei, auch unsere Kleine hatte nur ein Miniköfferchen für ihr Spielzeug: Ein Auto, 2 Bücher, 2 Kuscheltiere, Sandelsachen, das wars. Es hat uns an nichts gefehlt, wir haben nichts vermisst und unsere Kleine hat sowieso am liebsten mit Steinen, Stöcken und Sand gespielt. Auch unser Ferienhaus in Dänemark war skandinavisch-schlicht eingerichtet und ausgestattet, es war wunderbar. Man braucht wirklich nicht viel um glücklich zu sein.
Also kamen wir hochmotiviert von unserer Reise zurück, mit dem guten Vorsatz einiges umzukrempeln. Wollten voll loslegen…so richtig….jetzt…gleich…erst mal ankommen und so…..wusstest du, dass unser Bett sooo bequem ist. Herrlich.
Okay, jetzt aber… Wie ihr schon ahnt war der Erfolg des ersten Tages eher mau:

  • Eine vernichtete Chipstüte (die stand wirklich nur im Weg rum)
  • 3 Folgen Game of Thrones (Wir sind sehr spät eingestiegen und haben echt was auf zu holen)
  • Diverse Süßgetränke erfolgreich geleert (Pfand noch nicht weggebracht)

Am nächsten Tag war unsere Motivation bzw. Muttivation, wie mein Mann es nennt (…die Mutti ist einfach für alles zuständig) schon größer. Es landeten einige unserer Sachen auf Ebay, unter anderem mein geliebtes Dirndl… die Aprés-Still-Brüste werden diese Bluse nie wieder ausfüllen…. Also ein kleiner Schritt in ein einfacheres, weniger chaosbeherrschtes Leben war getan. Daumen hoch. Erfolge muss man feiern wie sie kommen und da wir unser Leben nicht nur entrümpelt und vereinfachen sondern auch ereignisreicher und somit schöner machen wollen, packten wir auch das gleich an und sind zur Belohnung nochmal campen gegangen. Die Ferien waren noch nicht ganz vorbei, wir hatten noch etwas Zeit und die wollten wir nutzen, ganz im Sinne der Minimalismus-Bewegung. Weniger Zeug – mehr Zeit… wir haben das doch schon voll drauf :-).
Nun sind wir seit einigen Wochen zurück und es ist zwar etwas weniger geworden, aber es dauuuuuert. Ich habe es bisher vor allem geschafft ganz viele kleine Haufen in der Wohnung zu verteilen. Und Spielzeug, Spielzeug ist überall, z.B. liegen meine Beine gerade auf einem Hüpfzebra, neben einer Duplokiste.

2017-10-11-14-55-13

Aber ich arbeite mich langsam weiter durch und ja, wir schaffen das schon!

Bis bald,
eure noch im Chaos lebende, aber trotzdem glückliche MamaB

3 Kommentare zu „Familientauglicher Minimalismus – Aller Anfang ist schwer

Gib deinen ab

  1. Sehr viel Freude wünsche ich dir und euch. Mit Kind ist es zwar eine Herausforderung mehr (weil jeder Mensch mehr das Level erhöht) aber wenn ein Kind erst nach so einem Prinzip größer wird, hat man es in so vielen Bereichen später leichter (im Laden wird z.B. nicht bei jedem Teil gequengelt usw.) 😉 Wichtig ist nicht verbissen ranzugehen und das scheint ja nicht der Fall zu sein.
    Am Freitag erscheint ein Artikel zu Minimalismus mit Kind auf meinem Blog – so als Sprung in einen ca. einjährig laufenden Prozess, falls Interesse. 🙂
    Alles Liebe und ganz viel Erfolg!

    Gefällt 1 Person

    1. Oh super, vielen Dank für den netten und hilfreichen Kommentar, dann weißt du genau wie es bei uns gerade aussieht. Aber ja wir gehen das locker und mit Spaß an, soll das Leben ja erleichtern. Dann werde ich auf jeden Fall am Freitag mal auf deinem Blog vorbei schauen (oder auch schon vorher) und bin gespannt wie es bei uns in ca. einem Jahr aussehen könnte. Schönen, hoffentlich weniger chaotischen, Abend

      Gefällt 1 Person

      1. Ich folge ebenfalls gespannt! Gerade wenn Blogs mit Minimalismus und Kind(ern) auftauchen ist das wundervoll für Austausch, Ansporn, neue Ideen und verständnisvolles Nicken, wenns Holpert. 😉 Ebenfalls einen schönen Abend und eine erholsame Nacht.

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